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Dampfmaschinist

Geschrieben am 31. 08. 2014 von Dieter Weirauch

Foto: aus dem besprochenen Band

Der Potsdamer Martin Kleissl ist Klempner in der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Potsdam. Er arbeitet und wohnt in der Moschee an der Neustädte Havelbucht. Ein toller Platz. Beherbergt die Moschee doch eine Borsigsche Dampfmaschine aus dem Jahr 1842. Sie bildet das Herz des Pumpwerks, das die Fontänen im Park von Sanssouci speist. Elektrisch angetrieben, wird die grandiose Technik anschaulich erlebbar.
Die Zweizylinder-Dampfmaschine war mit 81,4 PS Leistung die damals größte in Deutschland. Sieben Wasserpumpen beförderten das Wasser durch eine 1,5 Kilometer lange Druckleitung in das Bassin auf dem Ruinenberg.
Auch heute noch pumpt man das Wasser die Druckleitung in das riesige Wasserbecken.
Von dort aus werden Wasserspiele, Fontänen und die aufwendige Bewässerung des gesamten Park Sanssouci bedient.
Im Band „Menschen in Sanssouci – Leben und Arbeiten im Weltkulturerbe“ erzählt Klempner Kleissl, über seinen interessanten Job und über das nicht immer leichte Leben in der „Dampfmaschinenmoschee“ von Potsdam.

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Der Motorradfahrer von Sanssouci

Geschrieben am 25. 08. 2014 von Dieter Weirauch

Foto: aus dem besprochenen Band

Ingo Seifert ist Stuckateur. Ein Meister seines Fachs. Zusammen mit Frau Angelika wohnt Seifert in einer Wohnung im Orangerieschloss im Park von Sanssouci. Seifert liebt sein Motorrad und mit dem ließ er sich – ausnahmsweise- für das Buch „Menschen in Sanssouci. Leben und Arbeiten im Weltkulturerbe“ ablichten. Das im Potsdamer h.f. ullmann-Verlag erschienene Buch porträtiert mehrere in den drei großen Parks der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin Brandenburg Sanssouci lebende Menschen.

 Bewahren und Pflegen als Lebensaufgabe

Potsdams Kulturlandschaft ist einzigartig, unzählige Besucher zieht es jedes Jahr nach Sanssouci. Was den öffentlichen Blicken normalerweise verborgen bleibt: In den historischen Stätten wohnen Menschen, die für die Erhaltung des Potsdamer Kulturerbes arbeiten oder gearbeitet haben und aufs Engste mit der Geschichte dieses Ortes verbunden

Lebt bereits länger im Schloss als Friedrich der Grosse

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Glück …..

Geschrieben am 24. 08. 2014 von Dieter Weirauch

Was bleibt von der Kulturnacht auf dem Stahnsdorfer Südwestkirchhof ? Die Neugier des Publikums, mehr zu sehen von jenem einzigartigen Areal, von Grabstätte zu Grabstätte zu wandeln, die Lebensdauer der Toten auszurechnen, Namen zu lesen, von denen man irgendwann mal gehört hat: “War das nicht…? Der liegt also auch hier?” Elisabeth von Ardenne, bekannt als Effi Briest aus Fontanes berühmten Roman,  “Pinselheinrich” Zille, Werner von Siemens , der einstige Bundeswirtschaftsminister Otto Graf  Lambsdorff,  Gustav Langenscheidt, Engelbert Humperdinck, Rudolf Breitscheidt, Lovis Corint …..

Als die Glocke der Norwegischen Stabkirche die Geisterstunde einläutete und damit das Ende der Kulturnacht fühlten sich viele Menschen glücklich. Glücklich, mit ihrem Obolus etwas für die Sanierung  getan zu haben für den wohl  größten Berliner, der nach 1990 langsam wieder aus dem Dornröschenschlaf erwachte. Glücklich auch, viel Neues erfahren zu haben und künstlerisch anspruchsvoll unterhalten worden zu sein. Jeder nahm sein ganz privates Glück mit an diesem Abend.

Über Glück …

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Kulturnacht Südwestkirchhof

Geschrieben am 23. 08. 2014 von Dieter Weirauch

Eine tolle Kulturnacht neigt sich dem Ende zu.

Mehr als 5000 Besucher waren von 18 bis nach 24 Uhr auf dem Stahnsdorfer Südwestkirchhof, berichtete Friedhofsverwalter Olaf Ihlefeldt.

Dank an die vielen freiwilligen Helfer.

 

Rund 140 Künstlerinnen und Künstler präsentierten ein buntes bis besinnliches Programm an 26 Spielstätten auf dem Friedhof
Mit Nosferatu und Livemusik, Lesung aus Effie Briest, Heinrich Zille persönlich und dem Wintergarten Varieté wurde an berühmte Tote erinnert.
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Mit dem Fischer auf dem Beetzsee

Geschrieben am 20. 08. 2014 von Dieter Weirauch

Ein Fischer, der nicht angelt? Denn ein Fischer fischt mit Geräten, beispielsweise mit Reusen oder Schleppnetzen. Eine Angel gehört nicht zu seinen Utensilien. „Das wäre mir zu langweilig“, sagt Fischermeister Jürgen Hafa lachend schon am frühen Morgen als wir mit dem Boot raus auf den Beetzsee im Norden der Stadt Brandenburg fuhren. Jürgen Hafa ist einer der wenigen Berufsfischer am 18 Kilometer langen Beetzsee. Es ist jener See, wo der Legende nach Fritze Bollmann, der Barbier aus Brandenburg, einst beim Angeln ins Wasser fiel.

Einer der letzten Berufsfischer (mehr …)

Pannwitz

Zu Pannwitz – Schlosshotel Grunewald

Geschrieben am 18. 08. 2014 von Dieter Weirauch

Über 140 Künstlerinnen und Künstler präsentieren ein buntes bis besinnliches Programm an 26 Spielstätten auf dem Friedhof
Mit Nosferatu und Livemusik, Lesung aus Effie Briest, Heinrich Zille persönlich und dem Wintergarten Varieté wird an berühmte Tote erinnert.

Heute :Walter  von Pannwitz (1856-1920)

machte sich als als Rechtsanwalt in Strafprozessen einen Namen, war aber auch Künstler und Kunstsammler. Durch die 2. Ehe mit Catalina Roth wurden 2 bedeutende Kunstsammlungen zusammengeführt und erhielten durch den Bau des Palais Pannwitz einen würdigen Rahmen. Kaiser Wilhelm II ging dort ein und aus und nach seiner Verbannung folgte die Familie Pannwitz ihm gar nach Holland.

Vom Adelspalais zum Schlosshotel

Das Palais gehörte zu den wenigen unzerstört gebliebenen großen Häusern in Berlin und empfing als Luxushotel in der 60er Jahren, alles, was Rang und Namen hatte. Seit 2004 ist es bekannt als Schlosshotel Grunewald. Walter von Pannwitz wurde nach seinem Tod in Buenos Aires auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf beigesetzt.

 

Die Kulturnacht auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf

am 23. August 2014

wird ein besonderer Abend für einen besonderen Zweck. Der Südwestkirchhof ist ein herausragendes Kulturdenkmal, das in einer Reihe mit Friedhöfen wie dem Pariser Père Lachaise, dem Wiener Zentralfriedhof oder Venedigs Toteninsel San Michele steht.
Durch Krieg und deutsche Teilung erfuhr der Südwestkirchhof seine ganz eigene Geschichte, die seinen jetzigen Charakter prägen. Zahlreiche Prominente aus Kultur, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Unter anderem Heinrich Zille, Friedrich-Wilhelm Murnau, Lovis Corinth, Engelbert Humperdinck oder Werner von Siemens.
Viele Grabdenkmale haben kunsthistorische Bedeutung und sind erhaltenswerte Baudenkmale mit Geschichte. Sowohl Restaurierungsarbeiten wie auch Schäden durch Diebstahl (Kupferdächer) sorgen immer wieder für Finanzierungsbedarf zur Instandhaltung und -setzung.
Die KULTURNACHT soll als Benefizveranstaltung mit seinem Erlös einen Teil dieser Aufwendungen decken und das Interesse für dieses bedeutende Denkmal „Kirchhof“ wecken. Alle Künstler, die die KULTURNACHT zu einem besonderen Abend machen werden, treten OHNE Gage für diesen Zweck auf.

Das Besondere dieser Kulturnacht ist, dass sich die 26 Spielstätten im Gelände des Kirchhofs befinden, immer in der Nähe von Gräbern bedeutender Verstorbener. Die Landschaft sowie die prächtigen Grabtempel, Mausoleen und monumentalen Grabwände werden im Wechsel der Tageszeiten zu eindrucksvollen Kulissen. Die Künstler und Ensemble tragen ihre Beiträge zwei bis viermal vor, bei Tageslicht-Dämmerung-Dunkelheit, sodass die Besucher die Möglichkeit haben alle 38 Programmpunkte zu erleben. Das Programm reicht von konzertanten Aufführungen, Tanzperformances, Theater, Lesungen bis zu Filmvorführungen und Varieté.  Das THW sorgt mit vier Ortsverbänden und erheblichen technischem Aufwand für die Beleuchtung der Wege und die illuminierten Grabbauten. Über 80 ehrenamtliche Helfer stehen für die Betreuung der Gäste und Künstler zur Verfügung. Ein Programmheft mit Spielzeiten, Künstlern und Lageplan können die Besucher am Veranstaltungstag erwerben.

Hinweis: In dieser Dimension einer Kulturnacht auf dem Südwestkirchhof wird es in absehbarer Zeit keine Wiederholung geben!

Karten sind in 4 Ticketerias, im Infohaus auf dem Südwestkirchhof sowie an der Abendkasse zum Preis von 15 Euro erhältlich.

Einlass: ab 17 Uhr
Eröffnung: 18 Uhr vor der norwegischen Holzkirche
Ausklang: 24 Uhr

Eintritt: 15,00 € an der Abendkasse / Vorverkauf im Infohaus am Haupteingang

ScheuneParetz©MatthiasWolf

Bach mal anders

Geschrieben am 15. 08. 2014 von Dieter Weirauch

Nach der so tollen Ribbecker Sommernacht  am vergangenen Samstag geht s an diesem Samstag nach Paretz, in die Kulturscheune. Ein Konzert der Brandenburgischen Sommerkonzerte lädt zu

Bach mal anders.

Ich bin gespannt.

Sa 16.8.
17 Uhr

Paretz
Paretzer Scheune

Elbeblech

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Zille

Zille lebt

Geschrieben am 13. 08. 2014 von Dieter Weirauch

Viele Berliner nannten ihn liebevoll „Pinselheinrich”.

Heinrich Zille (1858 in Radeburg bei Dresden), war Zeichner, Grafiker, Lithograf und Fotograf. Seine Szenen stammten überwiegend aus der sozialen Unterschicht, dem fünften Stand, aus Randgruppen und Mietskasernen. Er starb am 9. August 1929 in Berlin und erhielt ein Ehrenbegräbnis auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf. Rund 2000 Trauergäste, darunter viele Künstlerkollegen und einfache Leute aus dem Volk, erwiesen ihm die letzte Ehre.

Wenn Sie Albrecht Hoffmann als Zille erleben, werden Sie sich ein um’s andere Mal fragen: isses noch doch der Echte?

Mit viel Hintergrundwissen zur Person Zilles, zum Milljöh und mit Liebe zum Detail lässt er den Zille lebendig werden. Selbst der Urenkel Heinrich Zilles ist begeistert und fördert die Arbeit Albrecht Hoffmanns.

Kulturnacht auf einem Freilichtmuseum

Der wildromantisch verwucherte Waldfriedhof in Stahnsdorf bei Potsdam wird sich im August in eine Kulturlandschaft verwandeln.

Rund 140 Musiker und Künstler werden

am 23. August 2014

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Foto: Ullmann-Verlag

Menschen in Sanssouci

Geschrieben am 11. 08. 2014 von Dieter Weirauch

Sie arbeiten und leben da, wo andere Urlaub machen. Dr. Heinz Schönemann lebt seit Jahrzehnten mit seiner Familie in der Fasanerie nahe von Schloss Charlottenhof. Gerd Bartoschek, langjähriger Gemäldekustos der Schlösserstiftung, lebt als Einziger im Weinbergschloss Friedrich des Großen. Übrigens bereits länger als der König dort wohnte.

Potsdams Kulturlandschaft ist von außergewöhnlicher Schönheit. Sie zieht unzählige Besucher und Einheimische alljährlich in die als Weltkulturerbe geschützten Parkanlagen. Was den öffentlichen Blicken normalerweise verborgen bleibt: In einigen der historischen Stätten wohnen Menschen, die für die Erhaltung des Erbes arbeiten oder gearbeitet haben. Dieses Buch stellt die „Menschen in Sanssouci“ in 21 feinfühligen und bewegenden Porträts vor. Sie alle erzählen ihre persönlichen Geschichten vom Leben inmitten von Denkmälern und von ihrem teilweise seit Jahrzehnten andauernden Einsatz für deren Erhaltung. Erstmals gestatten diese Menschen authentische und vertrauensvolle Einblicke in ein solches Leben, welches ein Stück lebendige Zeitgeschichte widerspiegelt.

Menschen in Sanssouci. Leben und Arbeiten im Weltkulturerbe – Buchpremiere mit Francisca Drechsler (Autorin) und Barbara Rohm (Fotografin) sowie Heinz Schönemann und Saskia Hüneke

Wann: am 15. August
 um 18 Uhr
Wo: Villa Quandt
Brandenburgisches Literaturbüro
Große Weinmeisterstr. 46/47
14469 Potsdam

Buchpremiere des h.f. ullmann Verlags: Menschen in Sanssouci.

Nach einem Gespräch mit Francisca Drechsler und Barbara Rohm über ihre zweijährige Arbeit an dem Buch kommen zwei der Porträtierten selbst zu Wort: Dr. Heinz Schönemann, ehemaliger Schlösserdirektor, Martin Herborn, ehemaliger Baudirektor und Saskia Hüneke, Kustodin der Skulpturensammlung.

Francisca Drechsler beschäftigt sich bereits seit ihrem Studium mit dem Thema Biografiearbeit. Im von ihr gegründeten „BiografienAtelier“ schreibt sie auf Basis narrativer Interviews biografische Texte und gestaltet Broschüren und Bücher. Für die Essays in Menschen in Sanssouci befragte sie Potsdamer Persönlichkeiten über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren. Sie lebt in Potsdam und arbeitet freischaffend an diversen Buch- und Ausstellungsprojekten.

Barbara Rohm, Potsdamer Fotografin und Dokumentarfilmerin, hat in den letzten zwanzig Jahren zahlreiche Fotoreportagen für renommierte Zeitungen und Zeitschriften wie Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau und Focus realisiert. Ihr Schwerpunkt ist die Porträtfotografie.

Wir erleben

• Historische Stätten, die der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind
• Hochinteressante Einblicke in das Leben und Wirken von Menschen im Potsdamer Kulturerbe

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Storch auf dem Kirchturm

Geschrieben am 11. 08. 2014 von Dieter Weirauch

in wenigen Stunden werden die Stöche gen Süden fliegen.

Gestern “besetzte” einer der vier Störche die wegen der derzeit fehlender Turmzier freie Kirchturmspitze im Potsdamer Ortsteil Marquardt. Es ist der höchste Punkt in dem idyllisch am Schlänitzsee gelegenen Ort.

Josef Grütter schickte mir dazu folgendes Gedicht:

 

“Du denkst, dass auf Kirchturms Spitze

immer ein Hahn sitze?

Nein, nicht immer muß es sein,

manchmal findet sich ein anderer Vogel auf der Spitze ein.

In Marquardt, im Havelland,

ein Fotograf ein seltenes Motiv fand.

Es saß dort oben auf der Spitze

ein Storch in der Mittagshitze.

Und auf den Dächern des Dorfes drum herum

saßen drei weitere Störche nicht klappernd, stumm.

Nur noch ein paar Tage werden sie erfreuen mit ihrer Anwesenheit,

dann werden sie abreisen in den sonnigen Süden, ganz weit.

Ein wenig traurig sind die Marquardter schon, wenn sie abgereist,

weil das Storchennest dann für Monate ist verwaist

und kein fröhliches Klappern ist mehr zu hören,

wenn Adebar und Adebarin heimkehren

zum Nest hoch oben über der Hauptstraße,

zu bringen allerlei Getier den Jungen zum Fraße.

Gute Reise und angenehmen Aufenthalt in Afrika!

Seid bitte im nächsten Jahr wieder pünktlich da!

 

Marquardt, den 10. August 2014

Josef Grütter”