Hier gehört Klappern zum Handwerk

Geschrieben am 19. 05. 2013 von Dieter Weirauch

Historische Mühlen und ihre Bewahrer stehen  im Mittelpunkt der  neuen Zeitschrift „Molina – Mühlen und Menschen“, die soeben im Berliner terrapress-Verlag erschienen ist. Herausgegeben wird das A4-Heft von zwei ausgewiesenen Mühlenexperten: Philipp Oppermann, tätig im Internationalen Mühlenmuseum Gifhorn, und Torsten Rüdinger, Müller der Historischen Mühle Potsdam-Sanssouci.

So treffe ich dann auch auf alte Mühlen-Bekannte in dem ambitioniert gestalteten Heft, neben der Sanssouci-Mühle werden bispielsweise die Mühle von Berlin-Marzahn und die Jungfernmühle in Berlin-Buckow vorgestellt. Auch die Dreifach-Windmühle von Straupitz, wo das berühmte Leinöl nach alter Tradition erzeigt wird, im Spreewald ist dabei.

 Deutschlandweit erste Publikation

Eine wichtige und vor allem lange erwartete Publikation ist das. Auf den 66 Seiten des Heftes werden Menschen vorgestellt, die sich für den Erhalt gefährdeter Mühlen einsetzen, Mühlen werden als bewahrenswertes Kulturerbe präsentiert und es geht um die Aussichten auf eine Europäische Kulturstraße der Mühlen. Es gibt aber auch praktische Tipps rund um die Mühlentechnik, Mühlenprodukte und neu erschienene Mühlen-Bücher. Das reich bebilderte Heft soll dazu beitragen, die Faszination, die historische Wind-, Wasser-, Dampf- und Elektromühlen ausüben, auch für künftige Generationen zu bewahren  „Molina“ kostet 9,80 Euro und ist im gut sortierten Zeitschriftenhandel zu haben, kann aber auch über den Shop des Verlages unter www.terrapress.de bestellt werden.

 Klappern gehört hier noch zum Handwerk

Deutschlandweit haben Pfingstmontag über 1.000 Mühlen geöffnet. Für die Region Berlin-Brandenburg koordiniert die Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg e.V. den Mühlentag. Es können insgesamt 74 Mühlen besucht werden – in Berlin 6 Mühlen und in Brandenburg 68..

Lohnenswert auch ein Besuch in der Salvey-Mühle in Gartz/Geestow im unteren Odertal. Im Naturpark „Uckermärkische Seen“ und im Naturschutzgebiet „Stromtal“ liegt die Wassermühle Gollmitz, mittlerweile genießt die liebevoll restaurierte Mühle Kultstatus ob ihres kulturellen Freizeitangebotes. Noch Mitte des 19. Jh. gab es in der damaligen Provinz Brandenburg z.B. 1.141 Getreide-Wassermühlen und 2.198 Getreide-Bockwindmühlen, aber auch 381 Ölmühlen und 110 Lohmühlen. Die Dampfkraft hatte zu dieser Zeit erst in 57 Mühlen Einzug gehalten. „Heute zählen wir etwas über 1.000 Einträge im Standortverzeichnis des Mühlenarchivs der Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg e.V.“ berichtet Torsten Rüdinger von der Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg. Dazu gehören 33 Wassermühlen, 8 Motormühlen, 19 Bockwindmühlen, 8 Holländerwindmühlen, 3 Paltrockwindmühlen, 1 Scheunenwindmühle und zwei Orte, an denen ein Mühlenneubau einer Paltrockwindmühle und einer Erdholländerwindmühle geplant sind.

In Brandenburg gibt es noch 27 gewerbliche Mühlen, in denen heute noch Getreide verarbeitet wird, so u.a. in Müllrose,  Bensdorf und die Mühle Wolter in  Buchow-Karpzow (zwischen Falkenrehde und  Wustermark) . Zwei von ihnen, die Obermühle in Gottsdorf und die Mühle Paulick in Müschen sind  bereits am Mühlentag zu besichtigen. Für die nächsten Jahre wünscht sich Rüdinger, dass der Mühlentag nicht nur auf die historischen Mühlen beschränkt bleibt, sondern die gewerblichen Betriebe diesen Tag auch für sich entdecken.

 Strom aus Mühlen

Strom wird u.a. erzeugt in der Kathfelder Mühle in Pritzwalk und in der Perleberger Stadtmühle.  Andreas Plagemann, der Besitzer der Kathfelder Mühle an der Dömnitz, liefert 60.000 Kilowattstunden pro Jahr an die Pritzwalker Stadtwerke.  Auf vier Etagen der Mühle erhält der Besucher Einblick in die Vergangenheit und Gegenwart der Prignitzer Mühlenlandschaft. Auch im benachbarten Wolfshagen soll demnächst mit Wasserkraft der Stepenitz Strom erzeugt werden. So will es ein Förderverein.

Die Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg verweist auf zwei besondere Aktivitäten.

Gölsdorfer Mühle wird eingeweiht

Die Mühlenfreunde an der Gölsdorfer Bockwindmühle planen an diesem Tag die Wiedereinweihung nach erfolgreicher Sanierung. Die Mühle war in den letzten Jahren im Bestand akut gefährdet und baulich für den Besucherverkehr gesperrt. Über das Programm LEADER: innovatives Vorhaben zur Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum wurden für die Arbeiten umfangreiche Mittel zur Verfügung gestellt. An einem vergleichbaren Ziel arbeitet der Förderverein Bockwindmühle Bamme e.V. im Havelland, der sich um eine der letzten Bockwindmühlen in dieser Region kümmert. Die Mühle gehört mit zu den ältesten in Brandenburg, in der Bauteile aus dem Jahr 1701 vorhanden sind. Der Verein wird an diesem Tag das Zukunftsvorhaben darstellen.

Infos:

Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg e.V., Historische Mühle von Sanssouci, Maulbeerallee 5 – 14469 Potsdam, Tel.: 0331/5506851, Fax: 0331/5506853

E-Mail: geschaeftsstelle@muehlenvereine-online.de, www.muehlenvereine-online.de

Die Schönste der Welt

Geschrieben am 18. 05. 2013 von Dieter Weirauch

Heute hatten wir Besuch und waren in der Bildergalerie im Park von Sanssouci. Es war ein Traum. In Anknüpfung an das Friedrich-Jahr 2012 präsentiert die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) anlässlich des 250jährigen Bestehens der Bildergalerie von Sanssouci noch bis zum  31. Oktober Gemälde und Skulpturen der Galerie gemäß des ursprünglichen Konzepts, das der königliche Bauherr, Friedrich der Große, für die Sammlung entworfen hatte.

Die Bildergalerie, 1763 als einer der ältesten erhaltenen fürstlichen Museumsbauten fertig gestellt, erfuhr bald nach Friedrichs Tod 1786 erste Bestandsverluste. Vor allem aber führten neue Ausstellungskonzepte des 19. und 20. Jahrhunderts sowie die Verluste des Zweiten Weltkriegs zu starken Veränderungen im Gemälde- und Skulpturenbestand.  Die Ausstellung macht in der Visualisierung der verlorenen Gemälde und der Präsentation von originalen antiken Skulpturen die ursprüngliche Korrespondenz von Baukunst, Malerei und Bildhauerkunst erstmals wieder erfahrbar.

Der Wunsch, aus Anlass des 250jährigen Bestehens der Bildergalerie die seit 1830 im »Königlichen Museum zu Berlin«, dem heutigen Alten Museum, beheimateten antiken Skulpturen der Erstausstattung einmal wieder in dem von Friedrich eigens geschaffenen Raumkunstwerk zu sehen, aber auch die Pläne, die Gemäldehängung im Kabinett dem Zustand des 18. Jahrhunderts anzunähern, bildeten die Auslöser für das Projekt. Wertvolle Unterstützung erfuhr die SPSG dabei durch die Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin, aus deren Bestand wertvollste antike Skulpturen der ursprünglichen Einrichtung der Ausstellung in der Bildergalerie als Leihgaben zur Verfügung gestellt werden konnten. Hier war der Aufwand besonders groß, da einzelne, lange nicht gezeigte Werke restauriert und andere, wie die Statuette eines “knöchelspielenden Mädchens”, aus der Dauerausstellung entnommen werden mussten. Die gute Kooperation der Restaurierungswerkstätten für Skulpturen beider Institutionen war dabei besonders hilfreich.

Antike und zeitgenössische französische Skulpturen in der Bildergalerie Friedrichs des Großen

Von Anfang an beherbergte die Bildergalerie auch Skulpturen, die in der Bildergalerie ebenso wie in den anderen Raumkunstwerken Friedrichs des Großen verschiedene wiederkehrende Funktionen zu erfüllen hatten, unabhängig davon, ob sie aus dem Fundus ausgewählt oder eigens beauftragt waren. Zum einen zeichnen sie hervorgehobene Räume in den neu errichteten Wohnungen Friedrichs aus. Dabei fügen sie sich in die Gliederung des Raumes und werden so zum Teil der Architektur. Auch in der Bildergalerie erfolgte die Anordnung der Skulpturen in einer für den barocken Schlossbau typischen Weise: seitlich der Türen, als Supraporten, auf Konsoltischen, auf Konsolen an der Wand, symmetrisch oder aufgereiht.

 ”Die Schönste der Welt”

Eine Wiederbegegnung mit der Bildergalerie Friedrichs des Großen

Öffnungszeiten:

Täglich außer Montag, 10–18 Uhr

Eintritt: 6 Euro / ermäßigt 5 Euro

inkl. Audio-Guide (deutsch/englisch)

Begleitband zur Ausstellung:

Die Schönste der Welt

Eine Wiederbegegnung mit der Bildergalerie Friedrichs des Großen

ca. 144 Seiten mit zahlreichen Farbabbildungen, broschiert

Deutscher Kunstverlag / Herausgeber: SPSG,  14,90 Euro

ISBN 978-3-422-07184

 Extra-Tipp:

Entdeckung der Langsamkeit: Der Liebesgarten

Der Garten im Bild und Bilder im Garten – 250 Jahre Bildergalerie

Abendliche Promenade durch die Ausstellung und den Park Sanssouci

Fr., 12.7.2013 / 19 Uhr

Treffpunkt: Kasse Bildergalerie

Eintritt: 15 Euro / ermäßigt 12 Euro,  Weitere Informationen unter www.spsg.de/die-schoenste-der-welt

110 KV-Leitung wird verlegt

Geschrieben am 16. 05. 2013 von Dieter Weirauch

Der Kampf hat sich gelohnt. Die 110KV-Leitung kommt raus aus dem Potsdamer Ortsteil.

Es ist das größte Geschenk für die bevorstehende 700-Jahr-Feier von Marquardt im Juni.

Im Streit um die durch den Potsdamer Ortsteil Marquardt verlaufende 110-KV-Freileitung zeichnet sich eine Einigung mit dem Stromkonzern Eon.Edis ab. „Es besteht die grundsätzliche Bereitschaft von E.ON.edis, die 110 KV-Freileitung an die B 273 zu verlegen“, teilte der Oberbürgermeister Jann Jakobs am Mittwochabend im Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung mit : „Damit würde der Leitungsverlauf so gestaltet sein, wie von der Bürgerinitiative gewünscht.“ Eine endgültige Einigung ist bis Juni möglich, so Jakobs. An den Kosten für die Stromtrasse, die deutlich unter der siebenstelligen Summe für eine Erdverkabelung liegt, werde sich die Landeshauptstadt laut heutiger  MAZ und PNN beteiligen.

Josef Grütter, engagierter Chef der vor zwei Jahren gegründeten Bürgerinitiative „Freileitung raus“ freut sich über die Einigung. „Es ist dem steten Eintreten der Bürger zu verdanken, dass die Hochspannungsleitung aus dem Ortsbild verschwindet.“ Und nicht nur er: Im gesamten Ort hängen Wimpel in vielen Farben und Variationen. So groß ist die Freude.

Die Leitung sollte nach 80 Jahren Standzeit erneuert und erhöht werden. Dagegen hatten sich die fast alle Einwohner vehement gewehrt und im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens ihre Einwände, vor allem wegen der Gesundheitsgefahren, verdeutlicht. Einige Politker, wie die Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein (SPD) sowie Landtagsabgeordnete Susanne Melior (SPD) und Marie-Luise von Halem (Bündnis 90/Die Grünen), unterstützten die Marquardter in ihrem berechtigten Anliegen. Denn eine Hochspannungsleitung über ein dicht bebautes Wohngebiet zu führen, das ist heute nicht mehr zeitgemäß. Nun haben sie einen wirklichen Grund zum Feiern – die Marquardter treffen sich bereits Freitagabend dazu im “Alten Krug”. Die Leitung kommt raus.

Hoffnung für Golm

Leider ist für den Ortsteil Golm die Leitungsumverlegung bislang gescheitert. Josef Grütter dazu: “Dort, so wird berichtet, sei eine Erdverkabelung zu teuer. Mit höheren Masten soll das Problem auf alter Trasse gelöst werden. Ich habe Zweifel, ob die Erdverkabelung in Golm wirklich aus Kostengründen auszuschließen ist.Vielleicht sollte bei Erdverkabelung ausführenden Firmen mal unverbindlich angefragt werden, wie ihre Sicht der Dinge ist. Ich glaube, dass E.ON edis aus strategischen Gründen die Erdverkabelung verhindern will, zumindest bei Freileitungs-Erneuerungen. Die Marquardter werden die Golmer weiterhin unterstützen, wie sie die Marquardter bisher in den gemeinsamen Aktionen unterstützt haben. Ich denke, dass auch für Golm eine menschlich verträgliche Lösung gefunden werden muss. Landschaftsschutz kann und darf nicht höhere Priorität haben als der Schutz von Gesundheit und Wohlergehen der betroffenen Menschen.

Politiker forden auch für Golm eine Lösung

Susanne Melior: ” Ich hoffe, dass auch die letzte Hürde, die Kostenverteilung, genommen wird. Das Scheitern der Erdverkabelung an den hohen Kosten, bedauere ich sehr. Dies wäre die deutlich bessere Lösung gewesen. Für die Freileitung durch Golm muss es eine bessere Möglichkeit geben. Ich kann die Aussage des Umweltministeriums nicht akzeptieren, dass eine Stromleitung durch ein Landschaftsschutzgebiet einen unzulässigen Eingriff bedeuten würde, aber eine Stromleitung mitten durch den Ort zu ertragen ist. Bei aller Sympathie für den Naturschutz: Für mich stehen die Menschen im Vordergrund. Ich hoffe, die Ministerin findet hier noch einen Weg.”

Auch Andrea Wicklein dringt auf weitere Verhandlungen für Golm, sie schreibt unter anderem:

“Der erfreuliche Verhandlungsstand für Marquardt zeigt, dass Lösungen immer
möglich sind. Auch dann, wenn zuvor das Gegenteil behauptet wird. Noch
während des öffentlichen Erörterungstermins mit den Bürgerinnen und Bürgern
hatte der Energieversorger E.ON edis die bestehende Trassenführung als
alternativlos bezeichnet. Ich fordere die Stadt Potsdam und E.ON edis auf,
die fundierten und berechtigten Einwände der Bürgerinnen und Bürger mit dem
derzeitigen Verlauf der Stromtrasse in Golm weiter ernst zu nehmen und auch
dort nach einer Alternative zu suchen. Schließlich geht es um
Planungsentscheidungen für die nächsten 60-80 Jahre. Auch E.ON edis muss
sich bewegen und darf die Kosten nicht alleine der Stadt Potsdam aufbürden.
Darüber hinaus wäre es denkbar, dass die Stadt Potsdam die notwendigen
Mehrkosten in mehreren Jahresbeiträgen begleicht, so wie es in Wildau gut
funktioniert hat.”

 

Potsmunter

Geschrieben am 15. 05. 2013 von Dieter Weirauch

Potsmunter

Potsmunter

 

Potstausend ! Stadtmagazine und Veranstaltungshefte erscheinen mittlerweile ständig in Potsdam. Einige sind gut, andere so lala. Die meisten richten sich an Touristen.

Eine Ausnahme bildet die jetzt erstmals erschienene 65-seitige Broschüre „Potsmunter“.

Der Name ist Programm. Das Heft lohnt, da kann ich Herausgeberin Aenne Lamprecht nur beipflichten. Es kommt mit frischem Layout daher, verzichtet auf  marktschreierische Anzeigen, wie ich sie von einigen anderen Heften kenne. Potsmunter hat zudem eine originelle Schreibe und ein, wie ich meine, witziges frisches Layout.. Raphaela Marx und Julia Stiebe haben ein tolles Produkt entwickelt. Das Heft informiert unterhaltsam über Wellness-, Beauty- und Gesundheitseinrichtungen in Potsdam und Umgebung. Mein Eindruck: Die erste Ausgabe ist gelungen. Originelle Texte stehen da unter solchen Rubriken, wie Potspourri, Potsdoc, Potscience. Ich bin begeistert, habe wieder eine Menge Neues aus der Potsdamer Medizin- und heilenden Welt erfahren.

Ja, die Herausgeberin Aenne Lamprecht ist übrigens Physiotherapeutin und eine der engagiertesten Potsdamerinnen, die ich seit Jahren kenne. Netzwerkerin sozusagen.

Seit über 15 Jahren steht „Physiotherapie Lamprecht“ für interdisziplinäre Kompetenz und Qualität in Prävention und Rehabilitation in und um Potsdam. Im Werner-Alfred-Bad an der Hegelallee arbeitet das engagierte Team um Aenne Lamprecht mit Sportwissenschaftlern in enger Kooperation mit der Universität Potsdam und mit externen Ärzten verschiedenster Fachrichtungen zusammen. Das dortige Angebot reicht von individueller Therapie, medizinischem Training an Geräten auf 450 Quadratmetern,  Rehabilitation bis hin zu Wellness. Potsmunter ist ein Baustein und ergänzt den wachsenden Gesundheitsmarkt in der Landeshauptstadt mit den Mitteln der journalistischen Navigation. Zu wünschen wäre nun ein zünftiger Onlineauftritt.

 

Da dürfen Sie nicht Parken

Geschrieben am 13. 05. 2013 von Dieter Weirauch

Foto:Weirauch

Foto:Weirauch

Kartzow ist ein kleiner Ortsteil am Nordrand von Potsdam. In Sichtnähe befindet sich der Sielmann-Park: die Döberitzer Heide.

Im mit viel liebe und natürlich viel Geld denkmalgerecht sanierten Schloss Kartzow kann man heiraten oder eben am Wochenende nur mal Kaffee trinken und bekommt dazu leckeren, nicht vertrockneten, Kuchen.

Leider reichen die Parkplätze vor dem Schloss nicht aus. So nutzten manche Gäste eben auch einen Weg, der zum Schloss führt. Den nutzt sonst nur noch ein benachbarter Spargelbauer.

Man sollte sich aber genau umschauen, wo man sein Auto parkt, es könnte böse Überraschungen geben. An einem Tor, einst zum Grundstück des Kartzower Gutes zugehörig und wohl von der Treuhand nach der Wende an einen scheinbar Sanierungsunwilligen verkauft, entdeckte ich obenstehendes Schild. Ich meine: Man könnte es ja auch anders sagen, wenn man keine Autos vor der Tür haben will.

Allerdings bezweifle nicht nur ich, dass das die Autoteile auf der angegebenen eBay-Seite zum Verkauf gelangen. denn die im Ort tätigen polnischen Saisonkräfte haben keine lust auf Autoklau, sie sind fleißig und verdienen beim Spargelbauern recht gutes Geld.

Das Schild wirft allerdings kein gutes Licht auf die vielgepriesene Brandenburger Gastfreundschaft. Oder ?

Hier sind die Verantwortlichen der Stadt Potsdam gefordert, ein Parkreglement einzuführen. Zumal das Ordnunsgamt ja sonst seine Augen überall hat. Selbst Bauarbeiter, die derzeit vor dem Stadthaus an der Friedrich-Ebert-Straße in Potsdam arbeiten, werden neuerdings mit Knöllchen belegt, wie ich in der heutigen Märkischen Allgemeinen las.

Blick in ein Königsschloss

Geschrieben am 12. 05. 2013 von Dieter Weirauch

Fotos:PA

 

Heute, am Internationalen Museumstag, waren wir wieder mal im Neuen Palais. Und überrascht. Letztes Jahr lud die Ausstellung über Friedrich den Großen ein.

Und so konnten wir viele Räume heute ohne Einbauten sehen.

Mit dabei war der königliche Bauinspektor Heinrich Ludwig Manger (alias Michael Adam). Er erzählte von den Schwierigkeiten im Umgang mit einem so anspruchsvollen Bauherrn wie Friedrich dem Großen. Und wir konnten uns vorerst letztmalig der Grottensaal ansehen, bevor er für die Dauer der Restaurierung bis voraussichtlich 2017 geschlossen wird.  Die Firma Wandwerk erläuterte das  Restaurierungsvorhaben für die Decke zwischen Grottensaal und Marmorsaal.

Auch die gegenüberliegende Kolonnade, deren Sanierung nahezu abgeschlossen ist, konnte im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Im Schlosstheater, neben dem Markgräflichen Opernhaus in Bayreuth, eines der wohl schönsten Schlosstheater in Europa, sahen wir den rbb-Film “Sanssouci macht Sorgen – Die Bausünden Friedrichs des Großen” gezeigt, den meine Freund Wolfgang Dümke  vom Filmbüro Potsdam drehte. Einzigartige Einblicke in die Deckenkonstruktion waren möglich.

 

Froschkonzert

Geschrieben am 11. 05. 2013 von Dieter Weirauch

Heute Mittag konnten wir ein unvergessliches Froschkonzert erleben: die Teichfrösche in den einstigen Karpfenteichen im Schlosspark von Potsdam-Marquardt. Sie tummeln sich jetzt den ganzen sonnenbeschienenen Tag, unüberhörbar das Quaken. Es ist Paarungszeit.

Unverkennbar beim genauen Hinsehen die Schallblasen der Männchen, mit denen sie die Paarungsrufe erzeugen. Zum “quaken“, müssen die Frösche ihre Lungen mit Luft füllen, Nasenlöcher und Maul fest verschließen und die Luft zwischen Lungen und maul hin- und her bewegen. Der Ton wird dann über die Schallblasen abgestrahlt und erzeugt das unvergessliche Froschkonzert. Meine Kollegin Silke Böttcher widmet sich heute auf ihrem Berlin Natur Blog ebenfalls ausführlich den Fröschen und stellt die seltene Art des Moorfrosches vor.

Es ist ein schönes Ziel, dieser geheimnisvoll anmutende Schlosspark. Das Areal soll ja Peter Joseph Lenne`entworfen haben, der berühmte gartendirektor von Sanssouci. Wer am benachbarten Sacrow-Paretzer-Kanal entlang geht, der wird einige Biberbaue entdecken, vor allem aber das Werk des Bibers: fachmännisch gefällte Bäume.

Und gegenüber dem Landgasthaus „Zum alten Krug“ und der Dorfkirche nisten zwei Störche. Übrigens der Ort feiert in diesem Jahr 700 Jahre Ersterwähnung, doch darüber später mehr.

Am Vatertag zum Meedehorn

Geschrieben am 08. 05. 2013 von Dieter Weirauch

Wohin zu Hinmmelfahrt ? Wir fahren mit den Rädern nach Sacrow, zum urigen Biergartenlokal Meedehorn, denn die Biergartensaison ist nun eröffnet.

Sacrow liegt wunderschön zwischen Buchenwäldern und Seen: ein kleiner beschaulicher Ortsteil von Potsdam und nahe an Berlin.

Erste Station ist der 24,5 Hektar große Schlosspark. Der 1773 entstandene Park schließt den Kranz der Gartenanlagen um den Jungfernsee. Ein Fächer von Sichten geht von der Gartenseite des Schlösschens aus hinüber auf Jägerhof und Große Neugierde in Glienicke, den Flatowturm Babelsberg und die Potsdamer Zentrumssilhouette. Nach Verwilderung und Zerstörung durch die Berliner Mauer begann ab 1994 die Wiederherstellung des Gartens durch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten.

Nach dem Besuch des Schlosses gehen wir zum Ufer des Jungfernsees, vorbei an der Römerbank und erblicken linkerhand die Heilandskirche. Sie wurde 1841 im Auftrag Friedrich Wilhelms IV. von Ludwig Persius als italianisierende Saalkirche mit einem separaten Glockentum am Port von Sacrow erbaut. Zu Zeiten des Mauerbaus wurde die Kirche im Innern zerstört. Seit 1989 brachten Spender und engagierte Gemeindemitglieder viel Geld für die Sanierung auf.

Linkerhand verlassen wir den Park, gehen über die Fährstraße Richtung Meedehorn, wo uns ein reetgedecktes Haus den Weg weist. Dahinter, in der Laubenkolonie, empfängt uns ein schmuckes Gartenrestaurant mit einer überaus freundlichen Bewirtschaftung. Bockwurst, Salat und Bier munden vorzüglich, der dort angebotene Kuchen sei garantiert selbstgebacken, versichert der Wirt Christian Schulze, gut bekannt vom Landgasthof Zum Alten Krug in Marquardt.

Von der Fährstraße aus gelangen wir nach wenigen Metern auf die Krampnitzer Straße und biegen rechts in die Kladower Straße ein, vorbei an restaurierten Landhäusern. In den ersten 40 Jahren des 20. Jahrhunderts ließen sich hier viele Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Kultur nieder. Dazu gehörten unter anderen Jörgen Rasmussen, Eigentümer der DKW-Werke, führende Vertreter der Deruluft, der späteren Deutschen Lufthansa, aber auch der von den Nazis hingerichtete Widerstandskämpfer Hans von Dohnanyi. Das Haus Kladower Straße 6 etwa erbaute Friedrich Wolfgang Unger-Kempinski, er gehörte zur dritten Kempinski-Generation. Die Hoteldynastie betrieb ja auch das Hotel Schloss Marquardt am schönen Schlänitzsee.

Am Ende der Straße biegen wir in den Weg “Am Hämphorn” ein. Das Haus ganz hinten links gehörte einst dem jüdischen Regisseur Erik Charrell, während seiner Zeit in Sacrow entstand 1931 der Film “Der Kongress tanzt”.

Zurück, über die Straße hinweg, führt uns ein Waldweg zur Badestelle Am Sacrower See, der für sein klares Wasser gerühmt wird. Nach dem Bad gehen wir über den Weinmeisterweg zur Gärtnerei und kehren im gegenüberliegenden Restaurant “Zum Sacrower See” ein. Oder laufen weiter um den See Richtung Groß Glienicke zum neuen Ausflugsrestaurant Landlust.

Pfingstmontag ist Mühlentag

Geschrieben am 07. 05. 2013 von Dieter Weirauch

 

Pfingstmontag ist Mühlentag

Heute erhielt ich „Molina“ und bin begeistert. Molina ist das lateinische Wort für Mühle. Historische Mühlen und ihre Bewahrer stehen dann auch im Mittelpunkt der Zeitschrift „Molina – Mühlen und Menschen“, die soeben im Berliner terrapress-Verlag erstmalig erschienen ist. Herausgegeben wird das A4-Heft von zwei ausgewiesenen Mühlenexperten: Philipp Oppermann, tätig im Internationalen Mühlenmuseum Gifhorn, und Torsten Rüdinger, Müller der Historischen Mühle Potsdam-Sanssouci.

So treffe ich dann auch auf alte Mühlen-Bekannte in dem ambitioniert gestalteten Heft, neben der Sanssouci-Mühle werden bispielsweise die Mühle von Berlin-Marzahn und die Jungfernmühle in Berlin-Buckow vorgestellt. Auch die Dreifach-Windmühle von Straupitz, wo das berühmte Leinöl nach alter Tradition erzeigt wird, im Spreewald ist dabei.

Schwerpunktthema dieser Ausgabe ist die Frage: Können die Mühlen des vorindustriellen Zeitalters gleichzeitig Denkmale und Produktionsbetriebe sein? In einer Zeit, da natürliche, unbelastete Lebensmittel immer mehr nachgefragt sind, werden auch traditionelle Herstellungsverfahren zunehmend wiederentdeckt. „Molina“ befragt Praktiker, Wissenschaftler, Denkmalschützer und andere nach ihrer Meinung zur Zukunft des „produzierenden Denkmals“.

Deutschlandweit erste Publikation

Eine wichtige und vor allem lange erwartete Publikation ist das. Auf den 66 Seiten des Heftes werden Menschen vorgestellt, die sich für den Erhalt gefährdeter Mühlen einsetzen, Mühlen werden als bewahrenswertes Kulturerbe präsentiert und es geht um die Aussichten auf eine Europäische Kulturstraße der Mühlen. Es gibt aber auch praktische Tipps rund um die Mühlentechnik, Mühlenprodukte und neu erschienene Mühlen-Bücher. Das reich bebilderte Heft soll dazu beitragen, die Faszination, die historische Wind-, Wasser-, Dampf- und Elektromühlen ausüben, auch für künftige Generationen zu bewahren

„Molina“ wendet sich sowohl an Fachleute wie auch an interessierte Laien. Sie erscheint vorerst einmal im Jahr im Berliner Verlag terra press und Beide sind die Autoren der im gleichen Verlag erschienenen „Kleinen Mühlenkunde“. „Molina“ kostet 9,80 Euro und ist im gut sortierten Zeitschriftenhandel zu haben, kann aber auch über den Shop des Verlages unter www.terrapress.de bestellet werden. (weiterlesen …)

Technik Trumpf aus UrOpas Tagen

Geschrieben am 05. 05. 2013 von Dieter Weirauch

 

Eine Veranstaltung, die kaum zu toppen ist. Das war das 14. Dampfspektakel am Wochenende im Ziegeleipark von Mildenberg bei Zehdenick (OHV). Diese Bilder sprechen für sich.

Alles stimmte, das Wetter, die in der Sonne blitzenden Dampfmaschinen, die gute Laune der Aussteller und viele freudig strahlende Gesichter angesichts der fauchenden und vor sich hin stampfenden großen und kleinen Dampfmaschinen.

Attraktionen waren die Dampf-Feuerwehr aus den Niederlanden, das Sägewerk sowie die Dampf-Loren-Eisenbahn. Neben der traditionellen Parade der fahrenden Dampfmaschinen aus Holland, England und Deutschland im ehemals größten Ziegeleirevier Europas gab es den ganzen Tag über Vorführungen. Aus dem Agroneum von Alt Schwerin kam die Kemna Breslau, mit elf Tonnen Gewicht und einem Alter von 100 Jahren eine Rarität.  mit dabei waren auch die holländerin Carolin Schriever mit ihrem Sohn, ebenso wie der Engländer Philip Retmann, dessen blauer Foden Dampf-LKW zu den Seltenheiten gehörte.  Der Traktorklub “Ackerkralle” brachte einen bereits 1906 gebauten Dampftraktopr mit.  Eine Gaudi war das, den Freunden alter Technik zu zusehen.

Trecker-Treffen im August

Im August sehen wir sicher viele Gäste beim Treckertreffen wieder. Doch zuvor lockt der Internationale Museumstag in den Ziegeleipark Mildenberg. Wer zehn Jahre nicht dort war, wird begeistert sein, was man dort alles erleben kann. Schon das Besucherzentrum ist erste Sahne. Viele Mitmachaktionen laden auch in den Hoffmannschen Ziegelringofen ein.

Mildenberger Dampfspektakel ist einzigartig

Das Dampfspektakel hat alle Chancen den mittel- und süddeutschen Treffen dieser Art den Rang ablaufen. Zumindest im Mansfeldmuseum von Hettstedt, einst von meinem Freund Dietmar Carstens für Dampfmodelle aus vielen Ländern initiiert,  sah es in den vergangenen Jahren recht mau aus. Aber Mildenberg, Dresden und Alt Schwerin spielen mittlerweile ganz oben mit. Technik Trumpf aus Opas Tagen ist wieder im Kommen.